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Legaler vs. illegaler Musikdownload

Illegale Musikdownloads schaden einer ganzen Industrie Illegale Musikdownloads schaden einer ganzen Industrie © Sérgio Martins

Musik zählt noch immer zu den beliebtesten Kulturgütern unserer Zeit. Die Nutzung und das Angebot sind vielfältig, jedoch hat kaum eine andere Branche so hohe Umsatzeinbußen in den letzten Jahren verzeichnen müssen wie die Musikindustrie. Trotz neuer Entwicklungen von MP3 Playern und Smartphones, die es ermöglichen, zusammengestellte Musik an jedem Ort abzuspielen, stagnieren die Verkaufszahlen von Jahr zu Jahr. Die Zahl der Menschen, die einen MP3 Player oder Smartphone ihr Eigen nennen, steigt und es scheint, als wären diese prallgefüllt mit Musik, denn die Speicherkapazitäten sind enorm. Die Konsumenten existieren, jedoch fragen sich immer mehr: Warum für etwas bezahlen, das man auch leicht zugänglich und kostenlos über diverse Filesharing, Video- und FTP - Plattformen beziehen kann?

Mit den ersten erschwinglichen CD-Brennern und der Einführung des iPods nahm das Verarbeiten und Zusammenstellen von Musikdateien via Computer rapide zu. Filesharing Programme wurden der schnelle und einfache Zugang zu Musikinhalten. Wer sich jedoch über einen Filesharing Anbieter ein Musikstück herunterlädt, bietet es wiederum anderen Usern zum Download an, ohne das für einen der beiden Prozesse die Rechteinhaber vergütet werden. Man bedient sich nicht nur rechtswidrig eines fremden Werkes, sondern vertreibt es gleichzeitig auch noch an zahlreiche Leute auf der ganzen Welt. Weder die Plattenfirmen noch die GEMA haben Verträge mit solchen Filesharing Plattformen und erhalten somit keinerlei Gebühren. Infolgedessen erhalten auch die Künstler keine Tantiemen. In der Anfangsphase von Napster erschien dies als ideale Möglichkeit, über das Internet an kostenlose Musik in digitaler Qualität zu gelangen. Doch die ersten Prozesse der Musikriesen gegen die Plattformen zeigten schnell, dass hier die Grenzen der Legalität überschritten werden. Aus kostenlos wurde so sehr bald illegal. Der Verlust der entgangenen Umsätze wird anhand der Einschätzungen des Bundesverbands der phonographischen Wirtschaft deutlich, dass 2006 von 401 Millionen Internet Downloads 93,2 % illegal getätigt wurden (nur in Deutschland). Eine gewisse Mitschuld der Musikindustrie ist nicht abzustreiten. Banal gesagt: ein Trend wurde verpennt. Denn statt eine frühzeitige Monetarisierung der Inhalte auf Plattformen wie Napster oder ähnlichen vonseiten der Labels einzuleiten, folgten Abmahnungen an zahlreiche Musikkonsumenten. Es entstand großes Unverständnis bei den Konsumenten, da die Summen der eingeforderten Strafbeträge für den Einzelnen ungerechtfertigt und auch unverhältnismäßig hoch waren. Die Leute waren gewarnt, hatten aber gleichzeitig Wut auf die Majorlabels und verspürten wenig Lust, weiteres Geld in deren Hälse zu werfen.

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Auf der anderen Seite zählt das illegale Downloaden nicht gerade zu den Kavaliersdelikten, so schadet man vermeintlich nicht nur den Großen, sondern einer ganzen Branche, sei es den Mitarbeitern der Plattenfirmen, den Komponisten, Künstlern, Produzenten und Songwritern sowie den Händlern, die auch weiterhin immer weniger Anteile erhalten werden.

Während es in den Anfängen weniger Möglichkeiten gab, legal an MP3 Daten aus dem Internet zu gelangen, gibt es heute zahlreiche Anbieter die zu günstigen Preisen, Alben und sogar Einzelsongs anbieten. Das Angebot ist breit gefächert, so ist die iTunes LP ein interaktives Album, dass alle beinhalteten Extras wie z.B. Videos oder unveröffentlichtes Material, ähnlich einer Anwendung anzeigt und auf diese zugreifen lässt. Dadurch hat der Konsument das Gefühl, etwas qualitativ hochwertiges für sein Geld erhalten zu haben. Und der Wettbewerb innerhalb der Anbieter lässt auch in diesem Bereich die Preise sinken. Die Inhalte bekommen die Anbieter direkt von den Plattenfirmen angeliefert und Qualität und Aktualität sind somit gewährleistet, wohingegen bei einem illegalen Download nicht einmal die Quelle der Datei für den Downloader ersichtlich wird. Von der Gefahr der über die Dateien „eingeschleppten“ Viren und Trojaner ganz abgesehen. Darüber hinaus enthalten verschiedenste Alben zusätzlich ein digitales Booklet, das dem Hörer Zusatzinformationen zur Verfügung stellt. Dieses bietet unter Anderem auch der Anbieter Amazon an. Durch den legalen Download von Tracks oder Alben ist der Käufer berechtigt, sich seine Musik auf jedem beliebigen Medium zu speichern und anzuhören ohne Gefahr zu laufen, einen Gesetzverstoß zu begehen. Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich, bei einigen Anbietern im Netz an Musik zu gelangen, ohne dafür etwas zu bezahlen. Hierbei sind die Angebote nicht mehr nur auf Ausschnitte oder Einzeltitel beschränkt.

Um sicher zu gehen, dass es sich bei kostenlosen Downloads auch um legale Downloads handelt, sollte man Anbietern vertrauen, die Verträge mit den Rechteinhabern haben. Zu diesen gehören mit Sicherheit Anbieter wie Musicload, Amazon, iTunes, Saturn, Media Markt, Beatport, Spotify, Wimp und Napster.

Sieht man den wesentlichen Vorteil des illegalen Downloads in der Kostenfreiheit, so sollte man Folgekosten nicht unterschlagen. Manche Nutzer haben über Abmahnungen und Beschlagnahme der Hardware deutlich höhere Preise für qualitativ schlechte Musik bezahlt. Natürlich verdient die Musikindustrie an der Herstellung und Bereitstellung von Musik. Aber in erster Linie leben die Künstler von ihrer Musik. Wer nur kostenlose Musik möchte, sollte überlegen, ob er selber auch für „lau“ arbeiten würde.

Erklärende Artikel:

Die Möglichkeiten der Verwendung gekaufter Inhalte gestaltet sich noch unterschiedlich. Manche Anbieter stellen ihre Inhalte DRM-frei zur Verfügung und andere beinhalten einen Kopierschutz. Der Kopierschutz bestimmt die Art der Vervielfältigung und schränkt die Nutzung der gedownloadeten Dateien ein, wobei allerdings auch hier durch Brennen auf ein Medium, als eine Audio-CD, der Kopierschutz bekanntlich umgangen werden kann. Während iTunes Musiktitel seit dem 6. Januar 2010 ausschließlich ohne DRM anbieten, haben andere Anbieter den Kopierschutz noch immer integriert.

Filescharing Programme erlauben die Weitergabe von Dateien unter verschiedenen Anwendern über das Internet. Die Dateien befinden hierbei auf dem Rechner der Teilnehmer. Es wird ein sogenanntes Peer-to-Peer Netzwerk verwendet, dass den Benutzern erlaubt Daten freizugeben. Grundsätzlich werden die Dateien dabei heruntergeladen, aber auch gleichzeitig weitergegen. Mittlerweile sind die Netzwerke ohne einen zentralen Server aufgebaut und jeder User wird zum Nutzer und Anbieter seiner Daten. Die heutigen Anbieter solcher P2P Netzwerke haben weitaus mehr Nutzer als Napster zu seiner Zeit.

Wissenswertes

Zu den drei weltweit größten agierenden Plattenfirmen gehören Universal, Sony Music und Warner. Sie besitzen zusammen einen Marktanteil von etwa 80%. Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte kurz GEMA ist eine Verwertungsgesellschaft, die die Nutzungsrechte der Textdichter, Komponisten und Verleger verwaltet. Wer die Verwendung von den Urhebern nutzen möchte, erwirbt die Lizenz zur rechtmäßigen Nutzung bei der GEMA. Die Lizenz äußert sich durch das Zahlen einer Gebühr, die nach Abzug der Verwaltungskosten direkt an deren Urheber ausgezahlt wird.

Napster gehört zu den größten Musiktauschbörsen der Welt. Während Napster in seiner Anfangszeit einer der ersten Filesharing Anbieter war und über ein Peer-to-Peer Netzwerk kommunizierte, ist es heute einer der größten kommerziell nutzbaren Streamingplattformen. Mittlerweile hat Napster Verträge mit großen Labels sowie kleineren Independentlabels und agiert vollkommen legal.

Der Bundesverband Musikindustrie ist für die Vertretung der Interessen der Musikindustrie verantwortlich und kämpft seit Jahren gegen die illegale Nutzung von Musik an. „Wenn Konsumenten verstehen, wie viele verschiedene Akteure an der Entstehung, Vermarktung und Verbreitung eines Songs oder Albums beteiligt sind, steigt auch ihre Bereitschaft, dafür zu bezahlen“, sagte BVMI-Geschäftsführer Stefan Michalk. (http://www.musikindustrie.de/recht_aktuell_einzel/back/74/news/die-musikindustrie-in-fuenf-minuten-bvmi-praesentiert-zeichentrickfilm-zum-musikbusiness/)

 

Quellen:

Wikipedia Die freie Enzyklopädie. http://de.wikipedia.org/
genutzte Artikel: Gesellschaft für Konsumforschung, Filesharing

Bundesverband der Musikindustrie Brennerstudie 2010 http://www.musikindustrie.de

Raubkopien: Vorteil für wenige- Schaden für alle http://www.musikindustrie.de/raubkopien/

Letzte Änderung am Freitag, 04 November 2016 12:59

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