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MP3 – Format mit Zukunft

MP3 - das aktuelle Musikformat MP3 - das aktuelle Musikformat © freshidea

Bereits 1987 begannen das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS und die Universität Erlangen-Nürnberg an den gemeinsamen Forschungsarbeiten, um Musiksignale über Telefonleitungen zu übertragen. Die daraus entstehende Herausforderung bestand darin, die digitalen Musiksignale so weit in ihrer Datenrate zu komprimieren, dass sie schnell zu übertragen sind und dabei gleichzeitig keine bemerkenswerte Verschlechterung des Tonsignals aufweisen. Das Ergebnis aus jahrelanger Forschung und Entwicklung ist das Datenreduktionsverfahren MPEG Layer 3, besser bekannt unter dem Namen „MP3“. MP3 ermöglicht es erstmals, das Originalmaterial auf eine Datenmenge von nur etwa 10 % des Ausgangsmaterials zu reduzieren. Das Codierungsverfahren nutzt die Tatsache aus, dass das Ohr kein perfekter Empfänger ist. Es gibt unabhängig vom Hörer bestimmte Frequenzbereiche und Lautstärken, für die das menschliche Ohr empfindlich und weniger empfindlich ist. Bei dem Codierungsverfahren kommen verschiedene psychoakustische Gesetzmäßigkeiten zum Einsatz. So werden beispielsweise Frequenzen, die außerhalb des Hörbereichs liegen, herausgefiltert. Des Weiteren wird der Verdeckungseffekt genutzt, der bei komplexen Musiksignalen eine Verdeckung von leisen zu lauteren Signalen zur Folge hat. Alle Signale unterhalb einer bestimmten Verdeckungsschwelle sind im codierten Musiksignal nicht mehr zu hören.

Niemand in der Musik- und Elektronikbranche glaubte zunächst an den Erfolg dieses neuen Tonformates, doch die eigenständige Vermarktung durch das Entwicklerteam sollte den Zweiflern Unrecht geben. Das Fraunhofer-Institut erkannte eine Chance und nutzte für den Vertrieb ihres zunächst kostenpflichtigen MP3-Codierers, das vorher von Unternehmen eher weniger beachtete „virale Marketing“ über das Internet.

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Das Geschäftsmodell und die daraus entstehenden Einnahmen wurden jedoch durch einen Studenten schnell zunichte gemacht, da dieser mit einer gestohlenen Kreditkartennummer die MP3 Software kaufte, um sie anschließend kostenlos ins Internet zu stellen.

Zwar flossen nun keine Einnahmen mehr aus dem Verkauf, die Software verbreitete sich jedoch rasant und die Musikkonsumenten begannen, ihre bereits erworbenen CDs als MP3 zu exportierten. Immer mehr Musik verbreitete sich im Internet. Weil es noch keine initiierte Plattform gab, suchten sie den Weg über ein System, das speziell zum Austausch von Daten über das Internet entwickelt wurde.

"Am 23. April 2017, mit dem Ablauf einiger mp3 Patente, wurde das Lizenzprogramm von Technicolor und dem Fraunhofer IIS beendet." (Fraunhofer IIS)

Quellen

mp3 [Accessed: 16.05.2017]

Die mp3 Geschichte: Ein Blick ins Labor [Accessed: 16.05.2017]

Friesecke, A. 2007, Die Audio-Enzyklopädie, K. G. Saur Verlag, München, S. 556.

Letzte Änderung am Dienstag, 16 Mai 2017 10:04

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